Filesharing beim FBI – Was ist denn da los?

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André Stämmler

Filesharing ist ein ernsthaftes Problem für Inhaber von Urheberrechten. Das sieht auch das FBI so und geht deshalb hart gegen Filesharer vor. Umso überraschender ist es, dass offensichtlich auch Mitarbeiter des FBI urheberrechtlich geschützte Dateien öffentlich zugänglich machen. Dies berichtet jedenfalls die Internetseite torrentfreak.com.

Filesharing durch FBI Mitarbeiter

Nach einem Bericht von torrentfreak.com „filesharen“ offensichtlich auch Mitarbeiter des FBI urheberrechtlich geschützte Werke. Mit Hilfe des Unternehmens ScanEye wurden nach Angaben von torrentfreak.com auf das FBI registrierte IP Adressen entdeckt, unter denen urheberrechtlich geschützte Dateien mit Hilfe von BitTorrent Software verbreitet wurden.

Getauscht wurden unter anderem  Titel wie “Homeland”, “The Good Wife” und “Dexter”.

Interessant ist das Ganze auch, wenn man bedenkt, wie hart das FBI gegen Filesharing vorgeht und bereits in zahlreichen Ermittlungsverfahren involviert war. So wurde unter anderem bei Ermittlungen gegen Kim DotCom ein „Undercover Computer“ eingesetzt um dessen Homepage zu überwachen. Dass das FBI beim Thema Filesahring keinen Spaß versteht, zeigt bereits die Hompage:

It’s a growing threat—especially with the rise of digital technologies and Internet file sharing networks,

Warum?

Jetzt fragt man sich natürlich warum hier Filesharing betrieben wird. Ich gehe hier einfach mal davon aus, dass alles im Zuge von Ermittlungen stattfindet, kann mich aber des Verdachts nicht erwehren, dass hier eigennützige Motive der Mitarbeiter im Spiel sind.

Überraschend wäre Letzteres jedenfalls nicht. So wurden durch torrentfreak.com bereits urheberrechtliche Verstöße durch Mitarbeiter der Filmindustrie, des EU Parlaments und des Bundestages festgestellt worden. Ich hatte bereits hier einen Beitrag dazu verfasst.

Was nun?

Würde mich schon interessieren ob us-amerikanischen Kollegen entsprechende Abmahnungen gegen die Mitarbeiter verschicken.  Ggf. rückt auch Kim DotCom mit einem Spezialkommando beim FBI an oder schließt dessen Webseite und legt die Server lahm. Naja, Letzteres ist weniger zu befürchten.

Aber interessant ist es schon. Urheberrechtsverstöße sind für den Rechteinhaber – insbesondere junge Künstler – eine ärgerliche Sache und die Ahndung von derartigen Verstößen damit ein durchaus legitimes Mittel. Wenn man aber bedenkt, dass auch Institutionen wie das FBI oder der Bundestag – bzw.  Mitarbeiter dieser Institutionen –  Filesharing betreiben und diese Institutionen gleichzeitig hart gegen selbiges vorgehen, lässt einen das schon ein wenig schmunzeln.

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