Anstieg der Straftaten im Bereich des IT-Rechts

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André Stämmler

Am 15.05.2013 wurde die Kriminalstatistik 2013 des Bundesministeriums des Inneren veröffentlicht. Im Bereich der Straftaten zum IT-Recht konnte hier in fast allen Teilbereichen eine Zunahme der Straftaten festgestellt werden. Im einzelnen stellt sich die Statistik wie folg dar.

Internet

Unter Nutzung des Tatmittels Internet kam es 2012 zu 229.408 Straftaten. Waren es 2011 „nur“ 222.267 Fälle, ist damit ein Anstieg von 3,2 Prozent zum Vorjahr zu verzeichnen.

Den Großteil der Straftaten stellen hierbei mit 70,8 Prozent Betrugsdelikte ( 162.350 Fälle) dar, darunter vor allem Warenbetrug (23,6 Prozent, 2011: 28,3 Prozent).  Fälle des Computerbetrugs sanken hier im Vorjahr von 21.174 Fällen (9,5 Prozent) auf 18.829 (8,2 Prozent).

Ebenfalls rückläufig ist die Verbreitung pornographischer Schriften über das Internet von 5.168 Fällen im Jahr 2011 auf 5.031 Fälle im Jahr 2012. Dies entspricht einen Rückgang von  -2,7 Prozent und macht 2,2 Prozent aller mit Tatmittel Internet begangenen Fälle aus.

Steigende Fallzahlen gibt es beim Thema Ausspähen und Abfangen von Daten. Hier wurden 2012 13.739 Fälle registriert; das sind  6,0 Prozent der mit Tatmittel Internet begangenen Straftaten. Im Jahr 2011 waren es im Vergleich 12.197 Fälle, was damals 5,5 Prozent ausmachte.

Straftaten gegen urheberrechtliche Bestimmungen nehmen 1,5 % der Internetstraftaten ein.

Computerkriminalität

Einen Anstieg von 3,4 Prozent auf insgesamt 97.871 Fälle,  gab es bei der Computerkriminalität. Die Hauptursache hierfür ist eine Zunahme der Fallzahlen von Datenveränderung und Computersabotage auf   – was eine beachtliche Steigerung von 133,8 Prozent ausmacht – sowie die Zunahme von Fälschung beweiserheblicher Daten und Täuschung im Rechtsverkehr bei Datenverarbeitung auf 8.539 Fälle (+11,3 Prozent)

IuK – Kriminalität

Die IuK-Kriminalität im engeren Sinne ist eine Teilmenge der Straftaten im Deliktsbereich der Computerkriminalität. Hier wurden insgesamt 63.959 Fälle festgestellt.  Die ergibt gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg um 7,5 Prozent. Sinkend im Bereich der IuK Kriminalität ist die Aufklärungsquote. Diese ist insgesamt um 3,5 Prozentpunkte auf 26,5 Prozent zurückgegangen. Einen drastischen Einbruch gab es im Teilbereich  Datenveränderung und Computersabotage. Dort sank die Aufklärungsqoute  um 23,7 Prozentpunkte auf 17,5 Prozent (2011:  41,2 Prozent).

Einzelne Teilbereiche (Fallzahlen und prozentuale Veränderung zu 2011)

  • Computerbetrug: 24.817 Fälle ( -7,1 %)
  • Betrug mit Zugangsberechtigungen zu Kommunikationsdiensten: 2.952 Fälle (-37,6 %)
  • Datenveränderung, Computersabotage: 10.857 Fälle (+133,8 %)
  • Ausspähen, Abfangen von Daten 16.794 Fälle (+ 6,8%)
  • Betrug mittels rechtswidrig erlangter Daten von Zahlungskarten
  • Fälschung beweiserheblicher Daten, Täuschung im Rechtsverkehr bei Datenverarbeitung: 8.539 Fälle (+ 11,3 %)

Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik des Bundesministerium des Inneren

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