Die ESO ES 1.0 ist eines der dienstälteren Geschwindigkeitsmessgeräte zur Feststellung von Geschwindigkeitsüberschreitungen. Gleichwohl wird dieses Gerät auch heute noch eingesetzt. Der nachfolgende Beitrag soll einen kurzen Überblick über die ESO ES 1.0 geben.

Funktionsweise

Grundsätzlich besteht das Gerät aus einem Sensorkopf, Stativ, einer Rechnereinheit und einer Fotoeinrichtung vom Typ FE 2.4. Alternativ kann die Fotoeinrichtung VIII-4 oder FE 2.0 verwendet werden.  Der eigentliche Sensorkopf besteht aus vier optischen Sensoren. Während drei der vier Sensoren rechtwinklig zur Straße stehen, ist der vierte schräg versetzt. In jedem der vier Sensoren wird bei der Durchfahrt eines Fahrzeugs ein Helligkeitsprofil erfasst und gespeichert. Die drei ersten Sensoren erstellen hierbei ein Geschwindigkeitsprofil; der vierte Sensor ermittelt den Abstand zum Fahrzeug. Das ESO ES 1.0 ist heute als standardisiertes Messverfahren anerkannt.

Handhabung und Fehlerquellen

Zu Beginn des Einsatzes ist ein Fototest durchzuführen. Hierbei muss eine Fotolinie dokumentiert werden. Dies kann sowohl durch Pylonen (Lübecker Hütchen) oder Markierungen auf der Fahrbahn erfolgen. Es ist darauf zu achte, dass der Aufsetzpunkt der Pylonen zu erkennen ist. Das eigentliche Messfoto wird nicht automatisch beim Passieren der Messlinie ausgelöst, sondern erst nach einer gewissen Verzögerungszeit, daher die Dokumentation der Fotolinie. Da die Abstandsmessung zwischen Fahrzeug und Sensor der ESO ES 1.0 nicht geeicht ist, kann eine eindeutige Zuordnung der Messung zu einem Fahrzeug nicht ohne weiteres erfolgen, wenn mehrere Fahrzeuge im Messbereich zu erkennen sind. Die eindeutige Zuordnung ist nur  möglich, wenn nachfolgende Kriterien erfüllt sind:

  1. Es darf nur 1 Fahrzeug auf oder hinter der Messlinie zu erkennen sein.
  2. Der gesamte Bereich indem eine Messung möglich ist, muss auf dem Foto zu erkennen sein. (Hier ergeben sich oft Fehlerquellen. Insbesondere wird oftmals der Seitenstreifen nicht abgebildet. Es kann in diesem Fall nicht ausgeschlossen werden, dass ein schnelleres Fahrzeug außerhalb des Fotos gemessen wurde.)
  3. Fotos auf denen mehr als ein Fahrzeug zu sehen ist, dürfen nicht ausgewertet werden.
  4. Die Sensorreihenfolge muss eingehalten sein.
  5. Der Abstand zwischen Sensor und Fahrzeug muss zwischen 0 und 18 m betragen.

Darüber hinaus sollte durch Einsicht in die Bedienungsanleitung und Auswertung der digitalen Messfotos die Übereinstimmung zwischen Fahrzeugposition, Fotolinie und Geschwindigkeit überprüft werden. Zur Einsicht in die Bedienungsanleitung ist regelmäßig die Einschaltung eines Rechtsanwalts notwendig, da dies durch die Verwaltungsbehörde oftmals verweigert wird und dann entsprechende weitere Schritte einzuleiten sind.

Technische Daten der ESO ES 1.0:

Messbereich: 0 – 250 km Reichweite: 18 m Temperatur: -20 – +50 C° Softwareversion: 2.03 Bei der Verwendung einer älteren Softwareversion sollte besondere Obacht an den Tag gelegt werden, da hier Kinderkrankheiten zu erwarten sind. Dies sollte aber kaum noch vorkommen.

close

Nichts mehr verpassen!

Du willst auf dem Laufenden bleiben? Dann melde dich jetzt zu unserem Newsletter an. Wir informieren dich ein bis zweimal pro Monat über neue Trends, Urteile, Entscheidungen, Ratgeber und unsere Produkte und Dienstleistungen im IT-Recht.
Die Einwilligung in den Versand freiwillig. Du kannst die Einwilligung jederzeit widerrufen. Hierzu genügt eine einfache Nachricht an uns (zum Beispiel per E-Mail an redaktion@staemmler.pro oder an die im Impressum angegebenen Kontaktdaten oder wie auch immer du willst). Der Newsletter-Versand erfolgt entsprechend unserer Datenschutzbestimmungen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.