Gelb, das neue Rot – Verkehrsrecht in China

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Die Regeln im Verkehrsrecht sind je nach Land und Nation unterschiedlich ausgestaltet. Jedoch gibt es  auch ein paar Gemeinsamkeiten. So bedeutet in jedem Land eine rote Ampel das Gleiche. Halt! Stopp! Anhalten, nicht Weiterfahren. China geht jetzt noch einen Schritt weiter.

Mit ca. 60.000 Verkehrstoten und 230.000 Verletzten im Jahr hält China einen traurigen Rekord in diesem Bereich. Die meisten schweren Unfälle beruhen hierbei auf groben Verkehrsverstößen. Um dem Einhalt zu gebieten wurde nunmehr zum 01.01.2013 das Verkehrsrecht neu geregelt. Ähnlich wie Deutschland gibt es auch in China Strafpunkte für bestimmte Verkehrssünden. Wer 12 Punkte hat muss den Führerschein abgeben und bekommt diesen erst nach einer 1 wöchigen Nachschulung wieder zurück.

Neue Regeln in Chinas Verkehrsrecht

Wurden bislang 38 Delikte geahndet, sind es seit Jahresbeginn 52. Darüber hinaus gibt es für die meisten Delikte doppelt so viele Punkte wie bisher. Eine der gravierendsten Veränderungen dürfte allerdings die Regelung der Ampelverstöße darstellen.  Wurde bisher nur der klassische Rotlichtverstoß, also das Überfahren einer roten Ampel, wird seit Jahresbeginn auch das Überfahren einer gelben Ampel mit immerhin gleich 6 Punkten und 25 € Bußgeld belohnt. Das Überfahren einer roten Ampel ist damit einem Rotlichtverstoß gleichgestellt.  Eine weitere Folge der Änderung ist die zunehmende Unsicherheit bei Verkehrsteilnehmern. Da nunmehr keine „Übergangsphase“ zwischen Fahren und Halten  existiert, kommt es zu abrupten Vollbremsungen an gelben Ampeln. Einige Verkehrsteilnehmer fahren aus Unsicherheit und Angst vor einem Gelblichtverstoß sogar bei Grünlicht langsam auf die Ampel zu um auch  ja rechtzeitig zum Stillstand zu kommen.

Gelblichtverstoß – Wird es wirklich besser?

Ob die Reform damit wirklich hilft das Chaos auf Chinas Straßen zu ordnen bleibt abzuwarten.  Gerade durch das unübersichtliche Verhalten an Ampeln ist jedoch eine Zunahme der Unfälle zu erwarten. Auch wenn hier sicherlich nur vermehrt mit Auffahrunfällen und kleineren Blechschäden zu rechnen ist, sollte dies nicht unbedingt im Sinne des Gesetzgebers sein.

Beim Großteil der Autofahrer ist die Reform des Verkehrsrechts jedenfalls nicht wirklich beliebt.

Kurzer Vergleich zum Verkehrsrecht in Deutschland

In Deutschland ist auch nach dem Jahreswechsel bei Ampelverstößen nur der klassische Rotlichtverstoß „punkterelevant“. Ein weit verbreiteter Aberglaube ist hierbei, dass Verstöße bis zu einer Rotphase von einer Sekunde nicht geahndet werden. Das ist Humbug. Man unterscheidet lediglich zwischen einem einfachen und einem qualifizierten Rotlichtverstoß. Wer innerhalb der ersten Sekunde der Rotlichtphase die Ampel überfährt, bekommt „nur“ 3 Punkte in Flensburg und 80 € Bußgeld. Ab einer Rotlichphase von mehr als einer Sekunde gibt 4 Punkte und einen Monat Fahrverbot plus 80 € Bußgeld. Wurde jemand gefährdet, wird es noch teurer.

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