Durch Testimonials schafft ihr Vertrauen und Testimonials sind oft das ausschlaggebende Argument für eure zögerlichen Kunden. Kaum verwunderlich, dass Testimonials trotz SEO, SEA und und und immer beliebter werden. 

Was sind Testimonials?

Testimonials sind Empfehlungen durch Personen, die öffentlich eine Werbebotschaft für euer Produkt oder UNternehmen kommunizieren. Einfach ausgedrückt sind es Personen die euer Produkt oder Unternehmen empfehlen. Sie steigern die Glaubwürdigkeit eurer Botschaft. Testimonials gibt  es in unterschiedlichen Erscheinungsformen z.B. in sozialen Medien, im Fernsehen oder auf YouTube im Radio, oder in Anzeigen um nur ein paar Arten zu nennen. Die Person kann berühmt, aber auch unbekannt und sogar ein Avatar.

Wenn ihr mit Testimonials werben wollt, solltet ihr ein paar Punkte beachten. Fehler können leicht zu teuren Abmahnungen führen.  

Was geht nicht?

Die Werbung mit Testimonials ist grundsätzlich zulässig. Aber ein paar Regeln solltet ihr beachten.  Verboten ist z.B. die sogenannte Schleichwerbung. Schleichwerbung liegt einfach ausgedrückt vor, wenn die Werbung als solche nicht von selbst zu erkennen ist und auch nicht also solche gekennzeichnet wird. Ich verschleiere quasi den Werbecharakter meiner Aktion und versuche dadurch den Kunden in die irre zu führen. 

Eine beliebte Methode ist es zufriedene Kunden einfach zu erfinden. Als Unternehmer denkt ihr euch die Kunden einfach aus und schreibt die entsprechende Bewertung dazu. Eure echten Kunden wissen natürlich nicht, dass die Bewertung ausgedacht ist und vertrauen auf diese. Damit werden sie in die Irre geführt. Im Ergebnis sind solche Maßnahmen verboten.

Auch sehr beliebt, aber ebenfalls verboten ist es, sich Kundenrezensionen einfach zu kaufen. Dabei bezahlt man echte Kunden oder Dritte für eine positive Bewertung. Auf die Art der Bezahlung kommt es hier nicht an. Jede Gegenleistung für den Kunden kann Bezahlung sein,  also auch Rabatte oder Sachpreise. Auch hier werden echte Kunden in die Irre geführt.

Im Grunde ist es recht einfach: Alles was Also Kunden täuscht und in die Irre führt ist wahrscheinlich verboten. Hier hilft oft schon das eigene Bauchgefühl um die Situation richtig einzuschätzen. 

Nachfrage ist zulässig

Wenn ihr euren Kunden keine Gegenleistung für das Testimonial anbietet und es sich tatsächlich um echte Kunden handelt, spricht eigentlich nichts gegen ein Testimonial.  Dabei könnt ihr selbstverständlich eure Kunden explizit um eine Bewertung bitten. Nur eben eine Gegenleistung dürft ihr nicht anbieten. Das heißt eine einfache Nachfrage beim Kunden, ob dieser bereit ist eine Bewertung abzugeben, ist durchaus zulässig. Vorsicht ist nur geboten, wenn ihr die Nachfrage  per E-Mail schickt. Nach Auffassung des Bundesgerichtshofs (BGH, Urteil vom 10.07.2018, Az.: VI ZR 225/17) kann bereits diese Nachfrage E-Mail unzulässige Werbung sein.  Das heißt für euch, das bereits diese Nachfrage-E-Mail nur zulässig ist, wenn der Kunde  ausdrücklich in die Verwendung seiner E-Mail für Werbung eingewilligt hat. Was das im Einzelnen bedeutet, findet hier in unserem Beitrag zum rechtssicheren E-Mail-Marketing.

Was eindeutig ist, muss nicht gekennzeichnet werden, oder doch? 

Wenn der Werbecharakter eurer Maßnahme so eindeutig ist, dass kein vernünftiger Mensch auf die Idee kommt, dass es sich um etwas anderes als Werbung handeln könnte, müsst ihr diese natürlich nicht kennzeichnen. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn ihr die Testimonials als solche bezeichnet. Aber Vorsicht! Wirft man allerdings einen Blick auf die Rechtsprechung zum Thema Influencer. Werbung, wird einem ein bisschen Angst und Bange. Eigentlich weiß niemand mehr so richtig was jetzt eindeutig ist und was nicht. Viele Gerichte urteilen hier unterschiedlich, ein Schlusswort ist noch nicht gesprochen. 

Die Kennzeichnung selbst sollte offensichtlich und eindeutig erfolgen. Der Hashtag #werbung an siebter Stelle in 20 weiteren Hashtags reicht wahrscheinlich nicht aus, ebenso „Sponsored“ (LG München, Urteil vom 31.07.2015, 4 HKO 21172/14) oder „Sponsored By“ (BGH, Urteil vom 06.02.2014, I ZR 2/11 – GOOD NEWS II).

Mitarbeiter als Testimonials

Wenn ihr eure eigenen Mitarbeiter als Testimonials einsetzt, solltet ihr sicherstellen, dass das kenntlich gemacht wird. Eure Kunden müssen erkennen, dass die Bewertung durch einen Mitarbeiter und nicht durch einen neutralen Kunden abgegeben wurde. Das LG Hamburg (Urteil vom 24.04.2012, 312 O 715/11) sah es als unzulässig an, dass sich ein Mitarbeiter eines Unternehmens als neutraler Versicherungsnehmer ausgibt und in einem vermeintlich neutralen Blogbeitrag auf seine guten Erfahrungen mit dieser Gesellschaft hinweist. 

Einwilligung des Kunden nicht vergessen

Testimonials machen Aus Sicht des Marketing eigentlich nur Sinn, wenn diese von verifizierten Kunden stammen. Am besten nimmt man also auch noch den Namen des Kunden. Dabei ist aber Vorsicht geboten. Wenn ihr den Namen eurer Kunden veröffentlichen wollt, geht das nur mit Einwilligung. 

Wenn ihr einer gesetzlichen Verschwiegenheit nicht unterliegt z.B. als Arzt, Rechtsanwalt oder Steuerberater) solltet ihr noch vorsichtiger sein.

Was passiert wenn man schummelt? 

Wenn ihr euch nicht an die Regeln haltet Drohne im schlimmsten Fall Abmahnungen. Der Abmahner kann dann eine Unterlassungserklärung von euch verlangen. neben der Unterlassungserklärung müssen meist auch die Anwaltskosten für die Abmahnung erstattet werden. Diese können schnell 1000 € und mehr betragen. Die Unterlassungserklärung muss mit einem sogenannten Strafversprechen versehen werden. Dabei versprecht ihr für den Fall eines erneuten Verstoßes die Zahlung einer Vertragsstrafe. Wenn ihr euch weigert eine Unterlassungserklärung abzugeben wenn es zu einem gerichtlichen Verfahren kommen. 

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